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Reisebericht Tanganjikasee 2003 Teil 1

Da ich schon immer die von mir gepflegten und nachgezüchteten Tiere in ihrem natürlichen Lebensraum beobachten wollte, machte ich mich im Oktober 2003 mit zwei Vereinskollegen auf den Weg nach Tansania. Der Flug führte von Frankfurt aus über Dubai nach Dar-es-salam und anschließend mit einem Zwischenstop in Tabora- nach Kigoma.

Als ich während des Landeanfluges die Beschaffenheit der Landebahn in Tabora erkennen konnte, wurde mir dann doch etwas flau im Magen, denn es war nur eine Sandpiste.

Der Pilot hatte seine Maschine glücklicherweise gut im Griff und nach einer Gesamtflugzeit von 18 Stunden landeten wir gesund und wohlauf in Kigoma. Am Flughafen erwartete uns bereits Maiko, der Chef unseres Bootes.

Mit dem Taxi ging es dann nach Kigoma in unsere Unterkunft.
Das Fahren mit dem Taxi war eine heikle Angelegenheit, denn die Stoßdämpfer des Autos waren etwa genauso intakt wie die Fahrbahn.
Um sich den Zustand plastischer vorstellen zu können:
Jeder Feldweg in Deutschland ist in einem besseren Zustand als die Straßen um Kigoma.
Aber darauf legte der Fahrer auch keinen Wert, wichtiger war, dass die Hupe funktionierte.
Bei jedem Fußgänger, der nur danach aussah als ob er die Straße überqueren wollte, wurde sofort die Hupe in Betrieb genommen.

Die ersten beiden Nächte verbrachten wir in einem Gästehaus, welches für afrikanische Verhältnisse gut ausgestattet war.
Kurz zur Unterkunft: Man konnte gleichzeitig auf der Toilette sitzen und Duschen -sofern Wasser aus der Leitung kam.
In dieser Zeit machten wir unseren ersten Tagesausflug nach Cap Bangwe, um dort unseren ersten Tauchgang im Tanganjikasee zu unternehmen.

Beim anlegen der Tauchgeräte war auch gleich für die richtige Einstimmung gesorgt, wir wurden von den einheimischen Tauchern aufgefordert auf die Seite zu gehen, da sich zwei Wasserkobras unter uns befanden.
Nachdem sich die giftigen Tierchen aus dem Staub gemacht hatten, konnten wir loslegen.

Die steil aus dem Wasser ragenden Felsen waren auch unter Wasser beeindruckend. Wir sahen Tropheus duboisi, Petrochromis, Ophtalmotilapia heterodonta, Neolamprologus brichardi und compressiceps, Julidochromis, Lamprichthys tanganicanus, Cyprichromis cap bangwe.
Eigentlich wollten wir den ersten Tauchgang zum Einstimmen bei 3-6 Metern verbringen, doch schon nach kurzer Zeit zeigte der Tiefenmesser 20 Meter an.
Man möchte immer mehr sehen, immer weiter in die faszinierende Welt des Sees eintauchen.
In dieser Tiefe trafen wir auch die ersten Cyphotilapia frontosa, sowie Synodontis multipunctatus an.

Am nächsten Morgen verließen wir gegen 10:30 Uhr den Hafen von Kigoma in Richtung Sibwesa.
Nach 7 Stunden Bootsfahrt gingen wir bei dem Dorf Lubengela vor Anker, um dort die in Kigoma ausgestellten Reisepapiere den im Dorf anwesenden Soldaten vorzulegen.

Wir wollten gerade wieder auslaufen als wir von einem Soldaten zurückgerufen wurden.

Dieser verlangte von unserem Bootsführer 10 Liter Benzin, da 3 weiße Männer an Bord waren.

Nach zähen Verhandlungen war dieser mit 5 Liter Benzin zufrieden und wir konnten unsere Fahrt fortsetzen.

Gegen 21:30 übernachteten wir an einer Bucht.
Geschlafen wurde an Deck, zwischen Gepäck und Gitterboxen für die gefangenen Fische.
Am nächsten Morgen ging es um 5:00 bereits wieder Richtung Sibwesa, wo wir schlussendlich nach weiteren 10 Stunden Fahrzeit ankamen.
Wieder ging es in einer Bucht vor Anker, um noch einen Tauchgang zu machen.
Heinz, der eine Runde schnorcheln wollte, war zwar schnell im Wasser, aber noch schneller wieder draussen, und wie ein Blitz wieder im Boot.
Einheimische, die am Ufer waren, meldeten unserem Bootsführer ein Krokodil, das wir jedoch nicht ausmachen konnten.
Da die Fischfänger die Bucht genauso wenig kannten wie wir, gingen diese deshalb auf Nummer sicher und wir fuhren an eine andere Stelle des Sees.

Dort angekommen ging es gleich wieder ins Wasser.
Es war ein typisches Sandlitoral, welches von einer unbekannten Farbvariante Enantiopus melanogenys und Xenotilapia ochrogenys besiedelt war.

Leider konnte ich keine Bilder von diesen Tieren machen, da sie ständig vor mir flüchteten.
Wir hatten zwar die Hoffnung das eine oder andere Exemplar einer noch nicht importierten Art oder Farbvariante zu sehen, hätten aber nicht im Traum daran gedacht, dass dies Wirklichkeit werden sollte.

Morgens fuhren wir zu den Felsen von Sibwesa und die
Taucher begannen Cyatopharynx furcifer zu fangen, allerdings nur Männchen, weit und breit konnte man kein Weibchen finden.

In einer Tiefe von ca. 6 Metern war man in einer anderen Welt, die aus Sand und riesigen Felsblöcken bestand.

Da wir ja noch einige Weibchen für die furcifer brauchten, fuhren wir ein kleines Stück weiter in eine andere Bucht und tauchten in einer Tiefe von 6-10 m.

Riesige Schwärme von Xenotilapia flavipinnis sibwesa,
Lepidolamprologus kendalli, Xenotilapia spilopterus sowie Callochromis macrops
schwammen um uns herum.
Auch unsere gesuchten Weibchen hatten wir nach kurzer Zeit ausgemacht und gefangen.

Wir kehrten in die Bucht zurück, in der wir die Enatiopus melanogenys spec. entdeckt hatten und die Taucher fingen einige Tiere.

Da es schon früher Abend war, gingen wir in dieser Bucht vor Anker.

Die Zeit für das Abendessen war gekommen, doch beim Anblick des Kochtopfes, den die Crew gerade vorbereitete, konnte einem Cichlidenfreund das Herz bluten:
Auf dem Speisezettel standen unsere neuentdeckten Enantiopus.. man bedenke jedoch, dass die Barsche dort auch eine Nahrungsquelle für die Bevölkerung darstellen. Na dann, Mahlzeit!
 


 
 
 
 
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