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Reisebericht Tanganjikasee 2003 Teil 4

Am nächsten Morgen konnten wir unsere Fahrt Richtung Kigoma fortsetzen. Dort trafen wir dann gegen 10:00 Uhr ein und zuerst wurde der Fang vom Boot entladen.

Währenddessen begaben wir uns ins Gästehaus, um endlich unsere heissersehnte Dusche zu geniessen, nach 12 Tagen auf dem Boot ein ungewohnter Luxus. Ach ja, dort gab es auch richtige Betten, also auf zum Mittagsschlaf, den hatten wir uns verdient nach den Nächten auf dem Boot.

Gut ausgeruht starteten wir einen Rundgang durch Kigoma und den dortigen Markt. Zu unserer Überraschung konnten wir sogar ein Glas Nutella für das Frühstück kaufen!

Ein Besuch beim Bahnhof, der während der deutschen Kolonialzeit erbaut wurde, stand natürlich auch auf dem Programm, von dort gings weiter zum Rathaus und zum Hafen.

Dort lag schon wieder ein Relikt aus deutscher Kolonialzeit vor Anker, die ehemalige Graf von Götzen (erbaut 1913), die heute als Fähre mit dem Namen Liemba immer noch ihren Dienst tut. Am dortigen Militärposten fragten wir höflich nach, ob man fotografieren dürfe, aber beim Versuch wurden wir leider fast von den Soldaten verhaftet. Schade. Aber man muss es ja nicht provozieren, die Nacht statt im Gästehaus hinter Gittern zu verbringen.

Es war schon spät und wir gingen zur Unterkunft zurück, um ein leckeres Abendessen im Freien einzunehmen.
Dieses bestand natürlich aus Fisch, dazu Kochbananen und Salat, wir haben dann den Fisch nochmal in gutem Safari-Lagerbier schwimmen lassen. Zum Ausklang konnten wir dann einen der wenigen Sonnenuntergänge bei klarem Wetter bewundern.

Der nächste Tag begann mit dem Beladen des Bootes zum Tauchen bei Cap Bangwe, die Fahrtzeit betrug ca. 30 Minuten.cyprichromis
Die Felsen waren von beindruckender Grösse, sowohl über als auch unter Wasser.
Aus diesem Gebiet stammt der 7-streifige Cyphotilapia frontosa.

Weiter kamen Petrochromis, Altolamprologus, Tropheus duboisi und Neolamprologus brichardi vor.
Hier gab es riesige Schwärme von Cyprichromis cap bangwe sowie C. pavo, sogar in mehr als 18 m Tiefe waren noch Tiere anzutreffen.

Die Cyprichromis wurden gefangen und zum dekomprimieren in die Unterwasserbehälter verbracht. Dann schipperten wir zur Rückseite von Cap Bangwe, von den Felsen war nichts mehr zu sehen, der Strand bestand nur aus faustgrossen Kieseln, das Ufer fiel deutlich flacher ab ins Wasser als auf der Gegenseite.

Es tummelten sich Erethmodus cyanostictus, Spathodus erythrodon und Tanganjicodus

Die Fänger waren dort nur mit Schnorchel unterwegs, durch die starke Strömung war der Fang der Tiere diesmal recht schwierig und anstrengend.

Auf dem Rückweg setzten wir die Behälter zur Dekomprimierung wieder ein Stück höher und fuhren zurück nach Kigoma.

 

Unser letzter Tauchgang für diese Reise führte uns am nächsten Tag nach Cap Bongo, nördlich von Kigoma.

Die Geröllzone ging nach ca. 2 m Wassertiefe in die Sandzone über, es gab einige Xenotilapia ochrogenys und Callochromis pleurospilus.

In der Literatur wird der Tanganjikasee als arm an Pflanzen beschrieben, aber wir können das Gegenteil beweisen, wir waren ja selbst erstaunt über eine grosse Unterwasserpflanze, welche eine Höhe von bis zu 3 m hatte und bis unter die Wasseroberfläche reichte.

Es war faszinierend, den Sandboden auf die Ferne betrachtet in die Tiefe abfallen zu sehen, man musste einfach dem hinterhertauchen und ohne dass man es sich versah befand man sich auf einer Tiefe von ca. 16 m.

Plötzlich tauchte eine steile Felswand vor uns auf, die senkrecht in die Höhe ragte, überall waren dort N. brichardi angesiedelt. Frech beobachtete mich ein Stachelaal aus seiner Wohnspalte heraus, der sich zum Abschied von seiner besten Seite zeigte.

Abschliessend muss ich sagen, es war körperlich sehr anstrengend, die Erlebnisse waren schön und intensiv und man stand ständig wie unter Strom, aber die Strapazen haben sich gelohnt. Ich hoffe, dass dieser Reisebericht zumindest einen Teil der gewonnenen Eindrücke vermitteln konnte.

Besonderen Dank möchte ich meiner Frau Ingrid und meinen beiden Kindern Timo und Carina aussprechen, nur durch ihre Unterstützung und Geduld war diese Reise überhaupt möglich.

Mein Sohn hat mit seinen damals 14 Jahren selbständig die komplette Anlage gepflegt.

Desweiteren möchte ich mich bei Helmut Löfflad und seinem Team für die gute Betreuung vor Ort in Afrika bedanken.

Zum Ausklang noch zwei Bilder vom Indischen Ozean:

 

So, das wars für 2003, eine neue Reise ist für September 2005 geplant


 
 
 
 
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