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Haltung und Pflege von Sandcichliden

Die Gattung Xenotilapia sowie Enantiopus gehören zu den Sandcichliden aus dem Tanganjikasee. Wie der Name Sandcichliden (Sandbarsche) schon sagt, kommen diese Tiere im Sandbiotop vor. Sie unterscheiden sich je nach Art in ihrer Farbe, Größe sowie ihrem Verhalten. Sandcichliden gehören zu den Maulbrütern, wobei bisher zwei Maulbrutvarianten bekannt sind. Bei den mütterlichen Maulbrütern, zu denen z. B. Xenotilapia ochrogenys sowie Enantiopus gehören, nehmen die Eier nur die Weibchen in das Maul auf und brüten diese aus.

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Bei den beiderelterlichen Maulbrütern, wie z. B. Xenotilapia flavipinnis, Xenotilapia spilopterus, Xenotilapis papilio nimmt das Weibchen die Eier in das Maul auf und je nach Wassertemperatur, ca. 10 - 14 Tage später, werden die Larven dem Männchen übergeben.
Der Geschlechtsunterschied ist bei den mütterlichen Maulbrütern wesentlich einfacher zu bestimmen, als bei den elterlichen Maulbrütern. Die mütterlichen Maulbrüter leben in Gruppen zusammen, von denen nur die Männchen Farbe zeigen. Die Weibchen dagegen haben eine silbrige Farbe und je nach Art leichte schwarze Punkte auf der Körperseite, sowie einen Hauch von Farbe in der Rückenflosse.
Zur Zeit pflegen und züchten wir in unserer Anlage drei verschiedene Xenotilapia ochrogenys-Arten, die sich in ihrem Verhalten nur geringfügig unterscheiden. Da diese Tiere im Tanganjikasee in Gruppen leben, sollte man diese auch im Aquarium so halten. Nach mehreren Versuchen können wir ein Verhältnis von 7 Männchen und 5 Weibchen empfehlen, da wir damit sehr gute Erfahrungen gemacht haben und die Gruppen sehr gut miteinander harmonisieren. Bei anderen Verhältnissen z. B. 3/3 oder 4/6 mußten wir die Erfahrung machen, dass nach nicht allzu langer Zeit nur noch zwei Männchen mit dem Leben davon kamen, wobei das unterdrückte Männchen nur geduldet wird und je nach Stimmung von dem anderen Männchen trotz Rückzugmöglichkeiten im Aquarium regelrecht gesucht und "verschlagen" wurde.
Von den Männchen wird ein kleines Nest ausgehoben, das je nach Art einen Durchmesser von 10 cm bis 15 cm hat. Anschließend werden um ca. die 1/3 bis zur Hälfte des Nestes kleine Türmchen im Abstand von 2 cm angehäuft, die eine Höhe von 2 - 3 cm haben. Ist das Weibchen laichbereit beginnt darin das Ablaichen, das zwischen 15 und 30 Minuten dauert. Je nach Art werden zwischen 20 und 50 Eier von dem Weibchen aufgenommen. Die Tragezeit beträgt je nach Temperatur zwischen 15 und 23 Tagen. Die Jungtiere haben dann eine Größe von 5 mm und fressen alles was an Futter angeboten wird.
Bei Xenotilapia ochrogenys kigoma und karilani konnten wir keine Brutpflege wie z. B. bei Neolamprologus Arten feststellen, d. h. wenn die Jungtiere aus dem Maul entlassen werden, werden sie nicht mehr aufgenommen. Lässt man das Weibchen zu lange bei den Jungen werden diese von dem Weibchen gefressen. Eine Ausnahme macht lediglich Xenotilapia ochrogenys mzuri, diese pflegen ihren Nachwuchs noch 2 Tage.
Wir konnten die Beobachtung machen, dass die Tiere die Jungen sofort einsammeln, wenn man vor das Becken tritt. Bei den anderen Arten kam dieses Verhalten jedoch nicht vor.
Zu den elterlichen Maulbrütern gehören Xenotilapia papilio, spilopterus und flavipinnis, der Geschlechtsunterschied bei diesen Arten ist eigentlich nicht zu erkennen, da die Weibchen und Männchen gleich aussehen. Es gibt jedoch einen kleinen Unterschied an der Rückenflosse bei ausgewachsenen Tieren an dem man sich orientieren kann. Dies ist nur ein Anhaltspunkt, der aber keine absolute Sicherheit bringt. Bei den Männchen geht die Rückenflosse bis zur Schwanzwurzel, dagegen endet die Rückenflosse der Weibchen ca. 3 - 5 mm vor dieser. Des Weiteren ist das Ende der Rückenflosse bei den Weibchen etwas runder als bei den Männchen. Möchte man diese Tiere pflegen oder einmal nachzüchten, ist es ratsam sich 6 - 8 Tiere zu kaufen (vielleicht mit dem oben angegebenen Rat), das sich die Tiere finden bzw. sich Pärchen bilden können. Wenn man Freude an diesen Tieren haben möchte, geht es nicht anders, da das Paar sehr gut harmonisieren muss. Bei guter Fütterung und Pflege stellt sich der Nachwuchs von ganz alleine ein. Sollte man so viel Glück haben und bei zwei erwachsenen Tieren ein Pärchen zu besitzen, heißt das noch lange nicht, das sie sich schon irgendwie finden oder vertragen. Diese Erfahrung mussten wir leider auch machen als wir ein Pärchen Wildfänge von Xenotilapia katete erstanden. Nach Auskunft des Händlers waren die Tiere sicherlich ein Pärchen, doch nach drei Tagen war leider Trauer angesagt, da das Weibchen von dem Männchen so lange attakiert wurde, bis es einging.
Selbst bei harmonisierenden Pärchen kann es in der Brutzeit zu heftigem Streit kommen, weil das Männchen die Larven übernehmen will, aber das Weibchen diese nicht übergeben will. Es kann sogar so weit führen, dass die Larven gefressen werden wenn sich die Eltern nicht einigen. Das Verhalten dieser Arten ist äußerst interresant und es macht richtig Spaß ihr Verhalten zu beobachten.


 

 

 


 
 
 
 
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